Angst als Wegbegleiter

Diese ständige Angst vor Verlusten, auch ein Teil von meinem Seelenmüll,  begleitet mich nun schon viele Jahre. Zu beschreiben was ich dabei fühle ist schwer. Dieses Gefühl und die Angst, daß sich Vergangenes wiederholen könnte ist teilweise sehr ausgeprägt. Alle Versuche das zu ignorieren sind bisher gescheitert. Ich werde mich jedoch nun auf eine Reise in meine Vergangenheit begeben um mit dem Ballast, den ich mit mir herumschleppe aufzuräumen.

Klingt ein bisschen verrückt. Ist es auch. Menschen die noch keinen Verlust erlitten haben, werden das sicher nicht verstehen. Ich habe eine gesprochene CD mit Musikuntermalung. Bekommen habe ich diese von einem Therapeutin meiner letzten Reha. Diese CD wird mich auf diese Zeitreise begleiten.

Vielleicht sollte ich auch mal das Büchlein „Seelenvogel“ lesen.

Ein weiteres großes Problem das ich habe ist das kleine Wörtchen Nein.

Es ist schwer die richtigen Worte zu finden, wenn man jemandem sagen will, daß man gar keine Zeit oder keine Lust hat, um der Person einen Gefallen zu tun. Meine Antwort war bisher immer ein Ja, aus Angst, den Menschen zu verletzen oder natürlich auch die Gefahr, daß ich kein guter Freund bin auf den man sich verlassen kann.

Sollte nicht jeder Mensch Freunde oder Familienangehörige haben, auf die er sich verlassen kann. Ich denke schon.

Leider erinnere ich mich nur an einen Satz,

„Mädchen da musst du durch“

Es belastet mich nun schon viele Jahre, daß ich in einer Situation, in der ich wirklich Hilfe gebraucht hätte nur diesen Satz zu hören bekam. Vielleicht ist das der Grund, dass ich nicht Nein sagen kann.

Inzwischen ist mir klar geworden, dass es keinen Grund dazu gibt, immer für alle da zu sein:  Nur wie ich den Mut dazu aufbringe, auch einmal „Nein “ zu sagen, dass ist mir noch nicht klar. Verletze ich die Person die mich um einen Gefallen bittet, wendet sie sich dann von mir ab. Bringt mir das dann wieder Schuldgefühle. Es ist ein Teufelskreis den ich durchbrechen muss.

Mein Verstand sagt mir, dass ich das Recht habe auch einmal an mich zu denken, meine Angst vor Verlusten sträubt sich noch dagegen.

2 Gedanken zu „Angst als Wegbegleiter

  • 6. Januar 2015 um 1:10
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    Ach Ulrike, ich wünsche Dir so sehr, dass Du den „seelischen Ballast“ los wirst. Ich bin erschüttert, wie hart einige Familienmitglieder reagiert haben und kann das gar nicht fassen, ich selbst hatte eine Mutter, die sich für uns bis zum Schluss aufgeopfert hätte und auch ich kann mir nicht vorstellen, jemals so zu handeln. Ich hab gestern viel auf Deinem Blog gelesen und konnte danach gar nicht mehr antworten. Nur gut, dass Ihr als Familie jetzt so zusammenhaltet, passt auf Euch auf!
    LG Antje

    Antwort
    • 7. Januar 2015 um 0:42
      Permalink

      Danke für Deine lieben Worte, es war nicht immer leicht. Ich habe eine kleine Umstrukturierung gemacht und meinen Blog geteilt. Vielleicht magst Du mir hier auch folgen.

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