Das Leben ist nicht gerecht. 2


Gedanken und Erinnerungen an eine vergangene Zeit machen sich breit und ich fühle mich irgendwie leer. Ich versuche zu beschreiben was in den folgenden  fünf Jahren nach dem Tod von Alexander passiert ist.

Den Schmerz und die Leere die ich damals empfunden habe kann und will ich nicht beschreiben. ich versuche mich an schöne Zeiten zu erinnern.

Da ist jedoch Nichts. Es gibt keine schönen Zeiten von denen ich Euch berichten könnte. Das Gegenteil hat sich bei uns leider  wieder einmal angekündigt.

Unsere Prinzessin konnte immer weniger Nahrung bei sich behalten und war mehr krank ( ich meine nicht die Behinderung ) als gesund. Stundenlang saß ich mit ihr in einem Sessel und versuchte pürierte Kost in einen kleinen schwachen Körper zu bringen. Viele Tränen  meinerseits begleiteten diese Tortur. Die Ärzte wollten eine Sonde legen hatten jedoch Zweifel wegen der Narkose, denn niemand wußte ob Ramona diesen auch wenn es ein sehr kleiner Eingriff gewesen wäre verkraften würde. Ihr Zustand verschlimmerte sich jedoch immer mehr und mehrmals mußte sie in die Klinik wegen Blut erbrechen und Teerstuhl.

So ganz nebenbei möchte ich noch erwähnen , daß wir unser Haus verkauften ich ertrug es nicht länger dort zu leben wo mein Sohn starb und meine Mutter nur einen Handschlag nebenan wohnte und ihr die Enkelkinder völlig egal waren. Von mir spreche ich hier gar nicht oder doch ich hätte sie dringend gebraucht.

Nach langen Monaten wir hatten inzwischen eine ältere Doppelhaushälfte gekauft   bekamen wir auch das Ergebnis der Untersuchungen. Nachgewiesen wurde der Helicobacter Virus und ein Reflux. beides hatte  bei Ramona Magen und Darmgeschwüre ausgelöst was unserem kleinen Mädchen so viele Probleme bereitete.

Wieder einmal lag unsere kleine Prinzessin auf der Intensivstation als uns nahegelegt wurde uns von ihr zu verabschieden. Die Prognose lautete: Das Kind wird die Nacht nicht überleben.

Sie hat die Nacht überlebt, jedoch wußten wir daß es nur aufgeschoben war wenn sich kein Arzteteam findet welches Ramona operieren würde. jedoch wollte keiner dieses Risiko eingehen. Kann Ramona überhaupt vernünftig narkotisiert werden?.

Ich bekniete die Ärzte und gab die Hoffnung nicht auf. Am Ostersamstag vor 16 Jahren kam dieser alles entscheidende Anruf,. Ramona wird operiert und wir sollten uns sofort auf den Weg ins Krankenhaus machen, da viele Vorbereitungen und Untersuchungen vor der Op gemacht werden müssten.

Nur drei Tage später stand ich wartend vor dem OP und bangte  stundenlang um das Leben meines Kindes. Nach langen Stunden kam endlich die erlösende Nachricht. Es geht ihr gut aber es wird sich erst die folgenden Tage entscheiden ob die Op erfolgreich war.

Sie war erfolgreich und Ramona begann ab da neu zu leben.


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2 Gedanken zu “Das Leben ist nicht gerecht.

  • Kerstin Schindelin

    Liebe Ulrike,
    es ist kaum nachzuvollziehen, was Ihr er- und durchlebt habt. Geschweige denn, wo Ihr die notwendige Kraft dafür hergenommen habt.

    Ich hatte zuerst richtig Angst, diesen Artikel zu lesen, da ich im Hinterkopf noch den Tod Deines Sohnes hatte.

    Es ist wundervoll, dass Eure Kleine operiert wurde. Auch, wenn ich noch nicht weiß, wie Ihre Geschichte weiter gegangen ist.

    Besonders nah ist mir gegangen, dass Du so von Deinen Eltern im Stich gelassen wurdest. Es gibt Dinge, da müssen Menschen über ihren Schatten springen, die Reden im Ort ignorieren usw. und einfach nur für Ihre Familie da sein. Ich verstehe nicht, wie Jemand das nicht kann oder will. Familie ist das Wichtigste, das es gibt. Wenn sie es eines Tages erkennen, wird es zu spät sein…

    Gut war Eure Entscheidung, dort wegzuziehen. Als ich 2002 meine Zwillinge verlor, bin ich fast verrückt geworden in der schönen neuen Wohnung, die wir uns extra für sie gesucht hatten. Auch bei mir hat nur Abstand geholfen – großer Abstand. Von Allem, was mich an die Beiden erinnerte. Natürlich werde ich sie niemals vergessen. Aber auch die Trauer braucht Platz.

    Nun werde ich weiter auf Deinem Blog wandern und schauen, was ich noch über deine Familie erfahre.

    Ich möchte Dir sagen, dass ich Euch von Herzen wünsche, dass Ihr daran nicht zerbrecht und es immer wieder schafft, Euch gegenseitig zu stützen und zu lieben.

    Viele Grüße
    Kerstin

    • mischblut

      Danke für Deine lieben Worte. Die Kraft geben wir uns gegenseitig und auch unsere kleinen Auszeiten wie Urlaub oder immer wieder einmal Wellnesswo0chenenden. Ansonsten bleibt uns gar nicht viel Zeit zu grübeln oder zu verzweifeln. Inzwischen halten mich meine zwei Enkelkinder so auf Trab und geben mir das Gefühl des Glücks wieder. Aber vergessen,nein das geht nicht und das kannst Du bestimmt sehr gut verstehen.
      liebe Grüße
      Ulrike