Fahrradfahrer dürfen das 7


Gestern haben wir mit  Ramona einen Ostermarkt besucht. Aufgrund des wunderschönen Frühlingswetters war sehr viel los und bereits bei der Parkplatzsuche wurde uns wieder einmal klar, daß Rollstuhlfahrer oft von den Veranstaltern einfach vergessen werden. Keinerlei Behindertenparkplätze vorhanden und auch keine Parkplatzeinweiser die man nach einem geeigneten Platz hätte fragen können. Nachdem wir dann weit abgelegen einen Stellplatz gefunden hatten, (keinesfalls rollstuhlfreundlich) freuten wir uns auf eine leckere Bratwurst und Ramona konnte es gar nicht abwarten sich in das Getümmel zu stürzen.

Wie immer und auch ohne hier jetzt darauf einzugehen wurden wir oft angestarrt, aber da stehen wir drüber.

Wie gesagt es war sehr viel los und die schmalen Gänge zwischen den Ständen sehr voll. Plötzlich wurde mein Mann der den Rollstuhl meiner Tochter schob von hinten von einem Fahrrad in die Wade gefahren. Er sprach die Frau an und fragte ob es sein muß daß man bei solchen Veranstaltungen mit dem Fahrrad durch die Menge fährt. Die Frau antwortete nicht. Jedoch ihr Begleiter mit folgenden Worten.

„Aber mit dem Rollstuhl den Menschen den Weg blockieren, das ist wohl in Ordnung“ Bleibt in Zukunft zuhause.

Mein Mann gab noch eine heftige Antwort, ich versuchte ihn zu besänftigen, denn ich wollte einem Streit aus dem Weg gehen. Grüppchen bildeten sich die uns recht gaben, aber mir fehlten die Worte und auch heute denke ich noch darüber nach.

Fahrradfahrer dürfen das.

Mir ist klar, daß das nur zwei  von vielen Radlern waren und die meisten unter ihnen würden nicht so reagieren, aber zwei sind schon zuviel.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

7 Gedanken zu “Fahrradfahrer dürfen das

  • Klaus Schiebel

    Ich huab da noch was für euch. geh doch mal auf Rollidriver .de da gibt es einen Falschparker-flyer Download. das Ding ist richtig gut. Ich habe so etwa 10 oder 12 stück immer im Auto. denn ich hasse nichts mehr, als wenn irgendwelche Ignoranten sich auf behinderten-Parkplätze stellen. das Schlimme daran ist, das diese Leute sich so gar keine Gedanken darum machen, warum denn wohl die Behinderten-Parkplätze breiter sind als normale.Ich fackele da nicht lange und steck denen einen flyer an die Scheibe. Und wenn sie ihn einfach wegnehmen und wegschmeißen, bekommen sie gleich noch einen nachgelegt. Meine Frau ist da schon aufs übelste beschimpft worden. Und da hört bei mir der spaß auf. Also hab ich den Falschparkern den Kampf angesagt. Und ein Foto geht dann auch ab und an an den Behinderten-Beauftragten bei uns in Buchholz. Und der versteht da auch keinen Spaß.

  • Klaus Schiebel

    das kennen wir auch zu genüge. Wenn wir mit Tobi im Rolli auf dem Wochenmarkt sind oder auch auf anderen Veranstaltungen, ständig gaffen die Leute ihn an. Dagegen sind kinder echt toll. Viele kommen an den Rolli ran, streicheln mal seine Hand oder sie fragen uns einfach was er den hat. Einfach und unkompliziert. Aber die Eltern der Kinder sind teilweise so erbärmlich, das mir die worte dafür fehlen. Wenn dann jemand „mal wieder “ am anstarren ist, kann ich ja meinen Mund nicht halten und so frage ich dann ganz höflich die Leute, ob sie denn ein Foto von Tobi möchten, damit sie nicht weiter so starren müßen. Am liebsten ist es mir dann, wenn recht viele Leute drumrum stehen. 99,9 %Prozent der Leute haben dann einen feuerroten Kopf und gehen ganz schnell weg. Ist ihnen wohl doch etwas zu peinlich. Ich hab dann natürlich das Handy schon in der Hand um das Foto zu machen. Wirkt immer wieder gut

    • Ulrike

      Wow, das mit dem Foto muß ich mir merken, ich bin leider immer etwas gehemmt wenn Ramona angestarrt wird. Bei den Kindern gebe ich dir recht, sie sind offen und ehrlich, stellen Fragen und haben keine Berührungsängste, nur manchmal werden sie von ihren Eltern in eine Bahn gelenkt die dann etwas anders als sozial ist

  • Antje M.

    Oh sch….

    Ja, leider gibt es soviel rücksichtslose und sehr boshafte Menschen, ich habe selbst mal als unbeteiligte Person in einem Restaurant eine sehr unschöne Unterredung zwischen dem Personal und einer Familie mit ihrer im Rollstuhl sitzenden Tochter erlebt, das war so unverschämt, dass nicht nur die Familie deprimiert das Lokal verließ, sondern auch meine ganze Sippe geschlossen aufstand und ging… es tut mir leid, dass Euch das passiert ist!

    Liebe Grüße

    von Antje

    • Ulrike

      es ist toll was ihr da getan habt, es gibt auch sehr viele Menschen die sich ganz normal verhalten, aber halt auch immer welche denen behinderte ein Dorn im Auge sind und die sich dann auch extrem abwertend verhalten. Eigentlich schau ich über sowas drüber, aber gestern hat es mich sehr belastet.

  • MestraYllana

    Euer Erlebnis tut mir wirklich sehr leid – ich würde mich so NIEMALS verhalten, weil ich mich nur für mich selbst schämen würde!!! Aber bitte binde dieses „Mascherl“ nicht an Fahrradfahrer, binde es an all jene Menschen, die keine Rücksicht nehmen wollen, weil sie sich immer selbst die Nächsten sind!
    An deiner Stelle (und das schwöre ich dir) hätte mein Mann MICH beruhigen müssen, denn bei solchen Aktionen sehe ich nur noch rot!

    • Ulrike

      Nein ich weis, daß nicht alle Fahrradfahrer gleich sind. mein Mann ist selbst leidenschaftlicher Radler. Sicherlich gibt es immer wieder solche Situationen, ich fand es aber sehr unverschämt was der Mann sagte und der Blick meiner Tochter und die Frage von ihr warum Radfahrer dasein dürfen und sie nicht hat zu diesem titel geführt