Haßfurt am Main – behindertenfreundlich ist anders


Haßfurt eine  Kleinstadt im schönen Unterfranken direkt am Main.

Die Innenstadt hat noch sehr schöne Fachwerkhäuser und verwinkelte Gassen. Idyllisch und im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen. In dieser wirklich schönen kleinen Innenstadt steppt schon lange kein Bär mehr. Na gut, zwei mal im Jahr ist die Innenstadt gut gefüllt. Einmal im Sommer, da gibt es die lange Einkaufsnacht und im Oktober das Straßenfest.

Immer mehr Geschäfte schließen und werden in die Außenbereiche  verlagert. In der Stadt selbst hat man jedoch eine große Auswahl an Bäckern und Apotheken. Nicht ganz richtig,  es gibt auch noch eine Handvoll Bekleidungsgeschäfte.

Aber darum geht es mir ja überhaupt nicht, mir geht es ja um etwas ganz anderes.

1. Haßfurt hat zwei Rathäuser, eines davon am Marktplatz (auf dem auch nie etwas los ist) Der  Eingang ebenerdig und ein Aufzug ist vorhanden. Das zweite steht in der Oberen Vorstadt und hat viele Stufen bis zum Eingang und keinen Aufzug.

Es gibt noch nicht einmal eine Rampe, welche  es einem Rollstuhlfahrer möglich machen würde, in das Amt zu gelangen.  In diesem Rathaus ohne Aufzug und Rampe sitzt im Bauamt, welches im zweiten Stock untergebracht ist, der Sachbearbeiter der die Parkausweise für Behinderte ausstellt und verlängert.

Auf Nachfragen wird man nur darauf hingewiesen, dass der Behinderte ja klingeln könnte. Der zuständige  Sachbearbeiter würde sich umgehend  auf dem Weg machen.

Nur Klingel habe ich keine gefunden.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar warum man eine Stelle wo Menschen mit Gehbehinderungen, Rollstuhlfahrer etc.vorsprechen müssen,  in ein Gebäude legt welches für diese Menschengruppe  gar nicht erreichbar ist.

2. Auch eine Postfiliale gibt es in Haßfurt, hier das gleiche Spiel, viele Stufen führen zum Eingang somit für einen Gehbehinderten nicht erreichbar. Hier gibt es jedoch eine Glocke um einen Postangestellten zu bitten nach draußen zu kommen damit er die Postsendungen entgegen nimmt. Es kann jedoch etwas dauern bis man bedient wird. Bei Regen richtig unangenehm.

3. Noch ein Zustand der gerade zum Himmel stinkt. Der Bahnhof, ja Haßfurt hat einen Bahnhof, nur auf den Rollstuhl sollte man nicht angewiesen sein, denn der ist keinesfalls dafür geeignet. Gleis 2 ist nur durch viele Treppen und dann durch eine Unterführung, (dort stinkt es zum Himmel) wieder die gleiche Anzahl Treppen nach oben, dann steht man auf dem zugigen Gleis 2. Dieses braucht man aber, wenn man Haßfurt Richtung Würzburg verlassen möchte. Nach Nürnberg fahren ist kein Problem, aber leider gibt es kein Zurück, denn auch diese Zugverbindung hält auf Gleis 2.

Noch ein Aufruf an alle Reisende ( auch ohne Handicap) die in Haßfurt aussteigen möchten oder müssen. Es stehen zur Zeit keine Unterstellmöglichkeiten und keine Toiletten zur Verfügung.

Eigentlich liebe ich diese kleine schöne Stadt.  Wenn man jedoch auf  einem Rollstuhl angewiesen ist, fällt es jedoch oft schwer Dinge zu erledigen, die für andere selbstverständlich sind. Haßfurts Stadtväter haben das leider  noch nicht erkannt.

Schade!

 

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