Rheuma ist ein Arschloch/ Teil 1

Manchmal ist es sehr ruhig hier auf meinem Blog, auch auf Facebook, Twitter und Google+ gibt es nichts zu lesen von mir. Warum das so ist, möchte ich in diesem Post etwas beschreiben.

Rheumatoide Arthritis, der Feind in meinem Körper

Nun sind es schon fast 10  Jahre, dass sich  diese bescheuerte Krankheit  „rheumatoide Arthritis“ in mein Leben gedrängt hat.  Hier gibt es nähere Infos darüber, denn ich möchte hier nicht über Fachchinesisch berichten, sondern einfach erzählen wie es mir mit dieser Krankheit geht.

Meine schicken hochhackigen Pumps stehen ungenutzt im Schuhregal, ich habe sie gegen Turnschuhe, Sabots und bequeme Sandalen getauscht. Zum Sommerkleid trage ich Ballerinas und zuhause am liebsten nur Socken. Genauso verhält es sich mit meinen Ringen, auch diese liegen ungenutzt im Regal. Dicke geschwollene Finger halten mich davon ab, diese zu tragen. Die geschwollenen schmerzenden Finger während eines Schubes, so nennt man die Phase wenn der Körper wieder einmal voll gebeutelt wird. Nicht selten mit erhöhter Temperatur, geröteten geschwollenen Gelenken und starken Schmerzen. Das sind dann diese Tage, an denen ich nichts schreibe. Es ist mir dann nicht möglich die Tastatur zu betätigen. An manchen Tagen sind nur die Füße betroffen, dann wird jeder Schritt zur Qual. Schlimmer ist es wenn es die Hände betrifft. Da fällt mir einfach der Gegenstand aus der Hand und ich kann nichts  dagegen tun. Auch einfache Dinge wie Haare waschen werden zur Qual, da ich die Arme nicht über den Kopf heben kann.  Trotz Medikamente treten diese Schübe immer wieder auf, mein Rheumatologe hat mir heute erklärt, es bedarf einer langen Zeit bis das  richtige Medikament und vor allem die richtige Dosis gefunden ist.

Medikamentöse Behandlung bei rheumatoider Arthritis

Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Medikamente ist eigentlich recht umfangreich, doch da diese Krankheit sehr unterschiedliche Verlaufsformen hat, hilft eigentlich nur ausprobieren welches Präparat der eigene Körper annimmt und vielleicht diese Krankheit abhält unsere Gelenke zu zerstören. Unbehandelt können die Gelenke sich deformieren oder steif werden. Ich persönlich habe schon einiges an Medikamenten ausprobiert und auch teilweise längere Zeiten beschwerdefrei gelebt. In den letzten drei Jahren hat sich die Krankheit jedoch verschlechtert, es dauert jeden Morgen fast eine Stunde bis ich einsatzbereit bin. Die rheumatoide Arthritis ist eine  Autoimmunkrankheit bei der das körpereigene Gewebe angegriffen wird. Leider ist mein Verlauf fortschreitend.

Starke Medis wie MTX, Cortison stehen bereit um mich auf Betriebstemperatur zu halten und Folsäure und  Vitamin D fangen ein bisschen die Nebenwirkungen auf. Bei Schmerzattacken gibt es dann noch einiges mehr.

Metex

Das Gewicht spielt auch eine große Rolle

Zumindest für mich ist das ein ganz großes Problem. Schon einige Kilos haben mir das MTX und das Cortison auf die Hüften gezaubert. Das macht mir ganz arg zu schaffen, dazu kommt noch dass ich auch beim Sport momentan sehr eingeschränkt bin. Natürlich freut sich der Hüftspeck, dass ich ihn momentan etwas schone. Für meine Psyche bedeutet das jedoch nichts Gutes, ich leide darunter……

Teil 2 folgt

Im zweiten Teil werde ich darüber berichten, ob die Ernährung eine Rolle spielt, wie es dem Partner eines Rheumakranken geht, aber auch die psychische Situation noch etwas mehr beschreiben.

6 Gedanken zu „Rheuma ist ein Arschloch/ Teil 1

  • 24. Juni 2015 um 8:10
    Permalink

    Ich habe seit meiner Kindheit Rheuma und kann all‘ das ‚wunderbar‘ nachvollziehen… fühl dich gedrückt! Ganz stark, dass du hier über die Krankheit berichtest.

    Liebe Grüße
    Linda

    Antwort
    • 24. Juni 2015 um 23:00
      Permalink

      Danke für deine Antwort,es tut mir leid, dass Du auch betroffen bist. Es gibt leider so viele, die an dieser Krankheit leiden und sich gar nicht trauen darüber zu reden. Das hat mich veranlasst zu schreiben, denn oft wird diese Krankheit immer noch abgetan mit dem Satz. Ach was, das bekommen doch nur alte Leute.

  • 24. Juni 2015 um 4:48
    Permalink

    Moin Ulrike,
    das hört sich ja richtig schrecklich an. Da hoffe ich doch mal für dich, dass du möglichst viel schmerzfreie Zeit verbringen kannst.
    Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du mit deinem Arzt immer noch auf der Suche nach dem passendem Medikament ?
    LG Ede

    Antwort
    • 24. Juni 2015 um 22:56
      Permalink

      Danke für Dein Mitgefühl Ede. Ja leider passt die Einstellung der Medis noch nicht ganz und leider kommen halt immer wieder diese tollen Schübe die mich in die Knie zwingen.

  • 23. Juni 2015 um 22:25
    Permalink

    Ohweh, Auto-Immunkrankheiten sind wirklich gemein. Sie sind nicht richtig greifbar, weil der Körper gegen sich selbst attackiert. Ich kenne die Problematik mit Kortison, da ich alle Jahre wieder Colitis-Attacken ausgesetzt bin.
    Ich wünsche Dir möglichst längerfristige, schmerzfreie Zeiten.
    LG Eva

    Antwort
    • 23. Juni 2015 um 23:06
      Permalink

      Danke Eva, Collitis hört sich ja auch nicht berauschend an,das ist eine Dickdarmentzündung oder?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.