Rollentausch

Als ich damals diesen goldenen Ring das erste mal an meinem Hand in der Sonne leuchten sah ahnte ich noch nicht welche Höhen und Tiefen dieses Leben für mich bereit hielt. Viele frohe aber auch viele traurige Stunden hat es mir beschert. Jetzt 35 Jahre später trage ich diesen goldenen Ring der so wunderschön in der Sonne funkelte nicht mehr an meinem Finger. Vieles ist anders aber nicht weniger schön, anders eben. Es ist nicht wichtig ob der Ring sich am Ringfinger befindet oder ob ich  diesen um den Hals trage, etwas ganz anders ist wichtig.

Das Gefühl der Zusammengehörigkeit, welch ein bescheuertes Wort. Dieses Gefühl wenn man weis, daß der Partner immer für einen da ist auch wenn nicht jeden Tag die Sonne schein.

Vor 35 Jahren, (fast 36) habe ich diesem Mann das Jawort gegeben in der Hoffnung mit ihm alt zu werden (Romantik halt). Nun  nach so vielen Jahren kann ich schon sagen wir sind auf dem besten Weg dahin, wobei sicher kann man sich nie sein.

Seit einigen Wochen ist jedoch einiges anders bei uns. Es gibt Dinge die ich einfach nicht mehr tun kann oder auch nicht tun möchte. Diese wären spülen, Fenster reinigen, Böden wischen und und und ………nein ich bin nicht bekloppt und nein ich bin auch nicht uralt. Ich habe ein kleines gesundheitliches Problem welches es mir zur Zeit ein bisschen schwer macht den Pflichten einer Hausfrau nachzukommen. Wenn man dann einen Partner hat der so wie meiner ganz einfach vorschlägt einen Rollentausch zu machen dann fragen sich viele bestimmt wie bekloppt muß dieser Mann sein. Nein er ist nicht bekloppt, er ist der beste Ehemann der Welt und ich würde ihn niemals eintauschen. Was hat das aber mit meiner Krankheit und dem Rollentausch denn wirklich  zu bedeuten.

Meine Feinmotorik ist an manchen Tagen nicht besonders gut und in der letzten Zeit passiert es öfters, daß ich Probleme mit den Händen und Füßen habe. Manchmal fallen mir einfach Dinge aus der Hand (es gab schon einiges an Scherben bei uns) wer jetzt denkt Scherben bringen Glück, den möchte ich berichtigen, das reist ein Loch in unser monatliches Budget. Unnötige Ausgaben die wir vermeiden können, sagt mein Mann. So kam es zu seinem Vorschlag des Rollentausches.

Nein im Ernst, mein Mann hat gemerkt, daß ich keine Lust mehr auf Haushalt habe und mir gerade die feinmotorischen Dinge sehr schwer fallen. Diese wird er mir jetzt abnehmen, ich bin dann mal mehr für das grobe zuständig ( Rasenmähen, Gartenarbeiten) und selbst Wände streichen ist für mich kein Problem solange ich keine geraden Linien oder feine Strukturen zeichnen soll.

 

Manche Tage könnte ich verzweifeln aber an den meisten geht es mir gut und ich kann ohne Probleme stundenlang arbeiten. Wenn ich jedoch einen Schub habe, dann leidet auch mein Blog darunter, denn dann ist jeder Tastenanschlag Gift für meine Finger und ich muß eine Zwangspause einlegen.  Nun suche ich nach einer Möglichkeit meine Artikel zu sprechen, ich meine es gibt da so ein Programm. Hat jemand von euch da draußen eine Ahnung davon und kann mir einen Tip geben? Ich schreibe gerne und auch viel aber ich bin ein richtiges Nichts wenn es um Technik oder Computerkenntnisse geht.

 

 

Ein Gedanke zu „Rollentausch

  • 5. Juni 2014 um 23:25
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    Erst einmal meine Glückwünsche zu 35 Jahren Ehe.
    Das ist heute nicht mehr selbstverständlich, wir von der alten Garde schaffen das wenigstens noch.
    Auch mein Mann muss zurückstecken. Denn mein linkes Bein ist mehr oder weniger lahm. Was sind wir früher im Gleichschritt marschiert. Das war eine Freude.
    Und heute geht er so langsam mit mir, dass es für ihn eine Anstrengung ist.
    Darum schicke ich ihn öfter los, doch die Post zu holen, oder einfach mal zum Sportplatz zu gehen, da seine Runden zu laufen.
    Die Bewegung fehlt ihm nämlich.
    Mit Sprechprogrammen kenne ich mich leider nicht aus.
    Müsste man mal gugeln. da ist bestimmt was zu finden.
    Dir nur das Beste
    liebe Grüße Bärbel

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