Wer Geld verdient braucht ein Konto

Wenn Kinder in das Alter kommen sich für einen Beruf zu entscheiden wünschen sich die meisten Eltern daß ihr Kind sich für einen Weg entscheidet der Erfolg und finanzielle Sicherheit bringt. Auch bei meinem Sohn war das so. Nun er ist seinen Weg gegangen und hat inzwischen eine Familie gegründet und ich bin zweifache Oma. Bei meiner Tochter war das mit der Berufswahl eigentlich nie ein Thema, denn Ramona ist auf den Rollstuhl und auch auf ständige Hilfe angewiesen. Als sie vor drei Jahren die Schule für Körperbehinderte verlassen hat und in die WFB (Werkstatt für Behinderte) wechselte machte ich mir eigentlich auch noch keine Gedanken darüber, denn ich dachte das geht einfach weiter wie gehabt. Irgendwie habe ich damals noch gar nicht registriert, daß sie jetzt auch eine Ausbildung machen muß. Natürlich nicht zu vergleichen mit einer herkömmlichen Ausbildung aber speziell für ihre Fähigkeiten maßgeschneidert.

Nun das war vor knapp drei Jahren und inzwischen ist Ramona fest in den Werkstattbereich integriert und bekommt natürlich auch Lohn. Die Höhe des Gehaltes ist nicht vergleichbar mit dem was ein gesunder Mensch für seine Tätigkeit erhält. Auch wenn sie täglich  acht Stunden in der WFB arbeitet ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein und sie ist weiterhin auf unsere Hilfe ob in der Pflege oder auch von der finanziellen Seite angewiesen.

Seit Ramona jedoch jeden Monat diesen Lohn so nenne ich es mal ausbezahlt bekommt stellte sich mir immer wieder die Frage nach einem eigenem Konto. Bis vor einigen Wochen lief ihr Einkommen noch auf mein Girokonto. Ich erkundigte mich in der WFB und in meiner Bank, von beiden Seiten wurde mir  geraten meiner Tochter ein eigenes Konto einzurichten. Nun stand ich wieder da und wußte nicht weiter, denn diese verschiedenen Kontoarten mal mit Gebühr mal ohne machten es mir nicht gerade einfach. Ich wollte doch nur ein Girokonto für meine Tochter. Kostenlos sollte dieses schon sein, denn wenn von dem bisschen was sie verdient auch noch Gebühren bezahlen kam für mich nicht in Frage.

Inzwischen habe ich die perfekte Lösung für Ramona gefunden. Gemeinsam mit meiner Bank die übrigens online ist bin ich zu dem Entschluß gekommen ein Betreuerkonto einzurichten. Ihre Einkünfte fliesen nun auf ein kostenloses Konto welches ich für sie verwalte. Ramona freut sich, daß die Konten nun getrennt sind und ist stolz auf ihr verdientes Geld. Meine Wenigkeit ist auch glücklich daß ich nun nicht mehr hin und her rechnen muß, denn was sie verdient soll auch ihr gehören. Für kommenden Samstag hat sie sich wieder eine Shoppingtour mit Mama gewünscht. Beginnen werden wir diesen Tag mit einem Friseurbesuch, Ramona möchte sich von ihren langen Haaren verabschieden und einen flotten Kurzhaarschnitt. Danach werden wir noch einige Läden auf den Kopf stellen, denn unsere junge Dame fährt bald in den Urlaub und da brauchen die Mädels doch einiges. Oder?

 

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